Hepatitis C HIV Koinfektion

The Swiss HCVree Trial: Die Vision einer Hepatitis C freien Schweiz


 

Hintergrund des Swiss HCVree Trials

Die Häufigkeit von Hepatitis-C-Virus (HCV) Infektionen bei HIV-positiven Männern die Sex mit Männern haben (MSM) hat in den letzten Jahren weltweit und in der Schweizerischen HIV-Kohortenstudie deutlich zugenommen. MSM mit sexuellem Risikoverhalten stellen dabei die Hauptgruppe für die Aufrechterhaltung dieser Epidemie dar. In der Schweiz ist eine Behandlung der HCV Infektion mit den hochwirksamen Anti-Hepatitis C Medikamenten (DAAs) zurzeit aus Kostengründen auf Patienten mit einem beginnenden bis fortgeschrittenen Leberschaden (sog. METAVIR Fibrose-Score ≥2) beschränkt (Stand November 2015). In der SHCS weisen allerdings ca. 90% der HIV/HCV positiven MSM einen METAVIR Fibrose-Score <2 auf. Als Folge dessen würde eine HCV-Therapie mit den neusten DAAs für die Mehrheit der MSM in der Schweiz nicht durch die Krankenkassen vergütet.

Ziele des Swiss HCVree Trials

Der Swiss HCVree Trial hat das Ziel, allen HIV/HCV positiven MSM in der SHCS eine Behandlung ihrer HCV Infektion zu ermöglichen und damit die HCV Übertragungskette bei MSM zu stoppen. Zusammen mit der Möglichkeit einer Behandlung der chronischen HCV Infektionen bei Personen, die sich über intravenösen Drogenkonsum mit HCV angesteckt haben, verfolgt der Swiss HCVree Trial die Vision einer Hepatitis C freien Schweiz.

Ablauf des Swiss HCVree Trials

Der Swiss HCVree Trial wird von PD Dr. Jan Fehr und Dr. Dominique Braun von der Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene des Universitätsspital Zürich geleitet und in allen sieben Zentren der SHCS durchgeführt. Vom 1. Oktober 2015 bis 31. März 2016 werden alle HIV positiven MSM in der SHCS mittels eines ultrasensitiven Tests (PCR) auf eine aktive HCV Infektion hin getestet. In einer zweiten Phase werden vom 1. April bis 31. Dezember 2016 schweizweit alle Patienten mit einer aktiven HCV Infektion mit einer hochwirksamen, einmal täglichen Kombinationstherapie gegen die HCV Infektion für 12 bis 16 Wochen behandelt. Bisherige Studiendaten haben gezeigt, dass mit dieser Kombinationstherapie bei ≥95% der Patienten die HCV Infektion geheilt werden kann. Gleichzeitig mit der HCV Behandlung erhalten die Personen eine intensive Beratung, wie sie sich zukünftig vor einer erneuten HCV Infektion schützen können. In der dritten Phase werden ab dem 1. Januar bis 31. März 2017 wieder alle HIV positiven MSM in der SHCS auf HCV getestet.

Was für neue Erkenntnisse wird uns der Swiss HCVree Trial bringen?

Zusammengefasst wird diese Studie wichtige Informationen zur Auswirkung einer universellen Testungs-, Behandlungs- und Beratungsstrategie auf die Häufigkeit der HCV-Infektionen in der Schweiz und die Häufigkeit einer erneuten Infektion nach erfolgter Behandlung liefern. Darüber hinaus werden wir Informationen zur Wirksamkeit und Sicherheit der HCV Therapie und zu den Umständen der Akquirierung der HCV Infektion in einer landesweiten repräsentativen Kohorte erhalten.

Publikationen

  • Wandeler G, Dufour JF, Bruggmann P, Rauch A. Hepatitis C: a changing epidemic. Swiss Med Wkly 2015;145:w14093.
  • Wandeler G, Gsponer T, Bregenzer A, et al. Hepatitis C virus infections in the Swiss HIV Cohort Study: a rapidly evolving epidemic. Clin Infect Dis 2012;55:1408-16.

Auskunft und Sekretariat

Tel.+41 44 255 33 22
Fax +41 44 255 44 99

Team

  • PD Dr. Jan Fehr, Oberarzt meV, Infektionskrankheiten und Spitalhygiene
  • Dr. med. Dominique Braun, Oberarzt, Infektionskrankheiten und Spitalhygiene

Kollaboration Forschung

Kontaktadresse

Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene
PD Dr. J. Fehr
UniversitätsSpital Zürich
Rämistrasse 100
8091 Zürich


 

Die Hepatitis C Infektion und das Risiko für nicht-leber assoziierte Erkrankungen und Sterblichkeit

Hintergrund

Unabhängig von hepatischen Komplikationen wurde die Hepatitis C Infektion mit nicht-leberassoziierten Erkrankungen und Sterblichkeit in Verbindung gebracht. In bisherigen Studien wurde ein vermehrtes Auftreten von Nieren-, Knochen-, Stoffwechsel-, und Herzkreislauferkrankungen bei Hepatitis C-positiven Personen im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung beschrieben. Die bisherigen Resultate sind aber nicht einheitlich. Als mögliche Ursache wurden nebst den „lifestyle"-assoziierten Faktoren wie intravenöser Drogenkonsum, Nikotin und Alkohol, das HCV Virus selber mit einhergehender Entzündungsreaktion und Immunaktivierung diskutiert.

Ziele der Studie

In dieser Studie werden wir den Einfluss des HCV Virus auf extrahepatische Erkrankungen und Mortalität untersuchen, indem wir folgende Patientengruppen vergleichen: 1) SHCS Teilnehmer mit persistierender positiver HCV Viruslast mit HCV-Spontangeheilten; 2) SHCS Teilnehmer mit erfolglos behandelter HCV-Infektion mit HCV-erfolgreich behandelten Patienten.

Studiendesign

Es werden alle HCV-seropositiven SHCS Teilnehmer mit einer SHCS Verlaufsvisite ab 2001 eingeschlossen. Im Cox Modell (proportional hazard model) wird der Einfluss des HCV Stadiums (viräm/nicht-viräm; erfolgreich therapiert/erfolglos therapiert) auf klinische nicht-leberassoziierte Ereignisse untersucht.

Was bringen uns die Studienresultate?

Bei Evidenz für ein gehäuftes Auftreten nicht-leberassoziierter Erkrankungen und Mortalität durch das HCV Virus selber, wäre eine Therapie bei allen HCV-positiven Personen anzustreben, unabhängig vom Leberfibrosestadium.

Publikationen

Kontaktadresse

Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene
Dr. Helen Kovari, UniversitätsSpital Zürich
Rämistrasse 100
8091 Zürich