Spitalhygiene

 
Antibiotic Stewardship

Der Gebrauch antimikrobieller Medikamente ist assoziiert mit Änderungen der normalen bakteriellen Flora, Resistenzentwicklung, Clostridium difficile Infektionen, unerwünschten Wirkungen und Interaktionen und nicht zuletzt erhöhten Gesundheitskosten. Im Rahmen von Antibiotic Stewardship Programmen wird der rationale Einsatz von antimikrobiellen Substanzen systematisch evaluiert und verbessert. Die Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene leitet seit 2007 das Antibiotic Stewardship Programm am UniversitätsSpital Zürich.

Ziel des Antibiotic Stewardship Programms ist der rationale Einsatz antimikrobieller Substanzen und damit die Optimierung des Outcomes für Patientinnen und Patienten, die Optimierung des Antibiotikagebrauchs in Bezug auf Spektrum, Applikationsart, Dosis und Dauer und die Minimierung der obengenannten Nebeneffekte. Bestandteile des Programms am UniversitätsSpital Zürich sind die Überwachung von Antibiotikagebrauch und Erregerresistenz, der infektiologische Konsiliardienst, die Überwachung von positiven Blutkulturen, Weiter- und Fortbildungsveranstaltungen und die Erarbeitung und regelmässige Aktualisierung von Antibiotikarichtlinien.

Antibiotikarichtlinien

Die Antibiotikarichtlinien mit dem Titel ‚Initiale antimikrobielle Therapie' werden in enger Zusammenarbeit mit den Kliniken des USZ, dem Institut für Medizinische Mikrobiologie der Universität Zürich, dem Institut für Medizinische Virologie der Universität Zürich, dem Institut für Parasitologie der Universität Zürich, dem tropenmedizinischen Konsiliarius Dr. B. Beck und der Kantonsapotheke Zürich erstellt und in regelmässigen Abständen überarbeitet. Die Grundlagen der Guidelines sind Evidenz, internationale und nationale Guidelines, die Epidemiologie der antimikrobiellen Resistenz am USZ sowie die Ex-Factory Preise der Medikamente.

Bestellung Antibiotikarichtlinien

Die Druckversion der Antibiotikarichtlinien können gegen einen Unkostenbeitrag von 20.00 CHF im Sekretariat der Spitalhygiene (spitalhygiene@usz.ch) bezogen werden.

Referenzzentrum
Nationales Referenzzentrum für blutübertragbare Infektionen im Gesundheitsbereich
Im Auftrag des Bundesamt für Gesundheit, Bern


Ziel und Angebot
Beratung und Prävention von Expositionen und Infektionen durch blutübertragbare Erreger im Gesundheitsbereich

Was sind blutübertragbare Infektionen?
Es handelt sich um virale Infektionen (Hepatitis C und B sowie HIV), deren Erreger sich im Blut befinden und die deshalb bei einer Exposition (Verletzung, Schleimhautexposition) mit Blut oder blutverschmutzten Gegenständen übertragen werden können.

Wer ist gefährdet?
Alle Personen im Medizinalbereich, die bei ihrer Tätigkeit mit Blut und anderen potentiell infektiösen biologischen Flüssigkeiten in Kontakt kommen, so zum Beispiel Spitalmitarbeitende, Medizinalpersonen in Arztpraxen, der Spitex, Mitarbeitende in Gefängnissen, Heimen, Polizei, Feuerwehr, etc.

Dienstleistungen Referenzzentrum
Telefonische Auskunft und Beratung für Ärzte und Ärztinnen

  • Fragen zum Expositions- und Infektionsrisiko, zu Primär- und Sekundärprophylaxen
  • Konsiliarische Auskunft bezüglich medikamentöser Prophylaxen für HIV / Hepatitis B

Telefonische Auskünfte und Beratung von betroffenen Medizinalpersonen

  • bei Fragen und Problemen im Zusammenhang mit blutübertragbaren Infektionen
  • zu den Schutzmassnahmen und Verhütung von Expositionen
  • zu Massnahmen nach Expositionen

Qualitätsüberprüfung
Überprüfungen von Einrichtungen, Abläufen, Materialien in einzelnen Institutionen auf Anfrage. Das Produkt einer solchen Überprüfung ist ein Sicherheitsbericht mit der Auflistung von Mängeln und konkreten Vorschlägen zur Optimierung.

Schulungen und Fortbildungen
Wir bieten für folgende Zielgruppen Schulungen und Fortbildungen an:

  • Schulen von Medizinalberufen
  • Pflegefachpersonen, FAGE, MPA
  • Arzt-, Zahnarztassistenz
  • Rettungssanitäter
  • Medizinisch-technische Berufe


Inhalte

  • Epidemiologie
  • Übertragungsmöglichkeiten
  • Expositions- u. Infektionsrisiken
  • Schutzmassnahmen
  • Postexpositionsprophylaxen (PEP)

Mitarbeiter

  • Carlo Colombo, RN MPH (Informationsbeauftragter Referenzzentrum)
  • PD Dr. med. Hugo Sax, Leitender Arzt (Leiter Referenzzentrum)

Kontaktadresse


UniversitätsSpital Zürich
Klinik für Infektionskrankheiten
und Spitalhygiene
Rämistrasse 100, HAL14
 CH - 8091 Zürich

Tel. +41 44 255 37 76 direkt
Tel. +41 44 255 57 30 Sekretariat
Mail: carlo.colombo@usz.ch

 

Verhütung blutübertragbarer Infektionen beim Umgang mit Patienten 'SUVA-Broschüren Arbeitssicherheit

• Verhütung blutübertragbarer Infektionen in medizinischen Laboratorien (1997, 5. Auflage)
• Verhütung blutübertragbarer Infektionen (1998, 2. Auflage)
• Verhütung blutübertragbarer Infektionen im Gesundheitswesen (2008, 14. Auflage)

Chefgrenzarztvertrag

Der Leiter der Spitalhygiene, PD Dr. med. Hugo Sax, wurde vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) zum Chefgrenzarzt ernannt. Es geht bei dieser Zusammenarbeit zwischen dem BAG, den Verantwortlichen des Flughafens Zürich und der Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene am USZ um die Überwachung übertragbarer Krankheiten am Flughafen Zürich sowie um die Prävention der Einschleppung von übertragbaren Krankheiten sowie um die Erhöhung der „Preparedness" am Flughafen Zürich im Hinblick auf mögliche Fälle von Infektionskrankheiten.

Um diesem Auftrag gerecht zu werden, wurden in zwei Schulungen die Kaderärzte der Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene am Flughafen Zürich über die Hauptaufgaben und die Örtlichkeiten instruiert, und sie wurden den obersten Verantwortlichen des Flughafens Zürich vorgestellt.